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Glas

Es spiegelt - oder nicht
man sieht es - oder nicht!

Das normale Floatglas kennen wir alle, es ist heute nicht mehr wellig, auch sind Lufteinschlüsse wirklich nur noch selten zu finden. Floatglas ist Flachglas, das unter anderem in Fenstern verarbeitet wird. Immer noch das meist verwendete Glas in der Bildeinrahmung. Es wird für die verschiedenen Zwecke weiterverarbeitet. So wird das bekannte Reflo-Glas durch Sandstrahlen und anschließendes Ätzen aus dem Floatglas hergestellt. Klar, dass dieses Glas mit der gebrochenen Oberfläche nicht mehr die Brillanz hat, wie vorher. In den letzten Jahren wurde diese Verfahren jedoch soweit verbessert, dass mit der so genannten “Microätzung“ wirklich brauchbare Ergebnisse erzielt werden. Nachteil hierbei, so finden wir, man braucht immer noch spezielle Reiniger um die Scheiben wieder sauber zu bekommen. Das im Moment hochwertigste Glas (unserer Meinung nach) ist das „interferenz optisch entspiegelte Glas“, fälschlicherweise oft „Museumsglas“ genannt. Dieses, farblose Glas (das von uns verwendete, ist farblos - d.h. keine Farbveränderung!) wird im Tauchbad beschichtet, so das es hochtransparent bleibt, aber nahezu unsichtbar wird. Die Entspiegelung entspricht der, die bei Brillen verwandt wird.

Jede dieser Glasarten gibt es mittlerweile auch als UV-Schutzglas, das zwischen 97% und 99% der relevanten Strahlen wegfiltert. Wer glaubt, dass dies für einen Druck unnötig ist, sollte einmal im Frühjahr ein Blatt Papier nehmen, etwas mit Kuli darauf schreiben und das ganze für 14 Tage vors Fenster legen. Offsetdruckfarben (die meisten Drucke sind Offsetdrucke) sind nicht besonders Lichtbeständig und leiden stark unter UV Strahlen. Wenn man zugrunde legt, dass eine durchschnittliche Einrahmung preislich zwischen € 95.- und 180.- liegt, dann sind 20% mehr für ein UV Schutzglas sicher nicht falsch investiert. Alles nach dem Motto: richtig oder gar nicht.

Zum Schluss noch das Museumsglas: Derzeit nur als „Grünglas“ erhältlich, d.h. mit leichtem Grünstich, interferenzoptisch entspiegelt, 97% UV Filter und zusätzlich als Zweischeibensicherheitsglas mit einer Splitterschutzfolie (zum Schutz bei Glasbruch z. B. Vandalismus) versehen.

Es wird immer mal nach Kunststoffgläsern gefragt. Diese haben ihre Berechtigung da, wo Bilder häufig verschickt werden, etwa für internationale Ausstellungen. Wer häufig Bilder transportiert hat ab und an mal Glasbruch. Für alle anderen Fälle ist Glas im Rahmen immer noch das Beste.

Warum?
Kunststoff hat die Eigenschaft, dass das Reiben (wie sonst sollte man es reinigen?) an der Oberfläche eine statische Aufladung zur Folge hat, was wiederum zur Folge hat, dass jetzt um so mehr Staub angezogen wird. Jedes Wischen auf der Oberfläche erzeugt aber auch Kratzer, weil Kunststoff nicht so hart ist, wie Glas. Also: kurze Lebenszeit mit immer mehr unschönen Kratzern, das zum höherem Preis als Glas. Alles Klar?